Einblicke in Gebäude, die sonst der Öffentlichkeit verborgen sind – das bietet der bundesweite Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September.

Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“: Am Tag des offenen Denkmals am 8. September haben Besucher die Gelegenheit, auf einer Route durch acht ausgewählte Gewölbe spannende Einblicke in den Hamelner Untergrund zu bekommen.

Einblicke in Gebäude, die sonst der Öffentlichkeit verborgen sind – das bietet der bundesweite Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September.

Der Tag steht in diesem Jahr unter dem Leitgedanken „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. In Hameln liefern die historischen Kellergewölbe unter den Häusern der Altstadt und die dort erfolgten archäologischen Grabungen wertvolle Erkenntnisse zu Baugeschichte und ursprünglicher Nutzung. Besucher haben am Sonntag die Gelegenheit, auf einer Route durch acht ausgewählte Gewölbe spannende Einblicke in den Hamelner Untergrund zu bekommen.

Der städtische Denkmalpfleger Dirk Diekmann-Tirre hat den Rundgang zusammengestellt, der so spannende Orte wie ein Schwimmbad, einen Hofladen, einen Ausstellungsraum für Schmuck und Design, ein Gewölbe unter einer zukünftigen Kaffeerösterei und einen Bereich im Keller des Museums beinhaltet. Besucher können sich in individueller Reihenfolge auf den Weg zu den acht Punkten der Route machen. Aufgrund der baulichen Situation sind die Räume nicht barrierefrei zu erreichen, es wird festes Schuhwerk empfohlen.

In Hameln sind unter den Häusern der Altstadt noch etliche Gewölbekeller erhalten. Teils liegen sie unter den Vorderhäusern und grenzen unmittelbar an die Straße, teils befinden sie sich auch unter den rückwärtigen Gebäudeteilen. Überwiegend sind sie aus Bruchstein gemauert, die Gewölbe bestehen zum Teil auch aus Backstein. Anhand der Gewölbeform lassen sich schmalere Kellerräume mit eingezogenen Tonnengewölben und geräumige mehrschiffige Keller mit Kreuzgratgewölben unterscheiden.

Bauhistorisch und archäologisch sind bisher nur einige wenige Keller untersucht“, sagt Stadtarchäologe Joachim Schween. So ließ sich nachweisen, dass die Fußböden durch Schlammeinträge und Schutt vielfach im Laufe der Zeit „hochgewachsen“ sind, sodass die Keller heute gedrungener erscheinen als zu Zeiten ihrer Entstehung. Bei einigen Kellern konnte festgestellt werden, dass deren ursprüngliches Fußbodenniveau mit dem archäologisch erschlossenen, mittelalterlichen Straßenniveau übereinstimmt, das in der Oster- und Bäckerstraße erheblich unterhalb des heutigen Straßenpflasters liegt.

Daraus lässt sich nach den Worten von Joachim Schween schließen, dass einige der Keller zur Zeit der Erbauung noch als ebenerdige Räume errichtet wurden und erst im Laufe der Jahrhunderte durch absichtliche Erhöhung des Straßenniveaus zu Kellerräumen wurden. Die ältesten erhaltenen Keller gehören nach Einschätzung des Stadtarchäologen vermutlich noch in das 13. Jahrhundert, viele Gewölbekeller dürften jedoch erst im 16. Jahrhundert errichtet bzw. mit Gewölben versehen worden sein.

Einige der Keller wurden von den Hauseigentümern in den zurückliegenden Jahrzehnten saniert und befinden sich in gutem Zustand. Sie können am Tag des offenen Denkmals mit gutem Gewissen gezeigt und besichtigt werden. Viele weitere Keller der Hamelner Altstadt warten jedoch noch auf ihre „Wiederentdeckung“, erklärt Schween.

Weitere interessante Angebote zum „Tag des offenen Denkmals“ bieten das Bürgerhus in der Kupferschmiedestraße 13 mit Führungen und einer aktuellen Kunstausstellung (Öffnungszeit 11:00 bis 17:00 Uhr, Führungen um 11:00, 13:00 und 15:00 Uhr) und das Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit einem Informationsstand am Kunstkreis (Rathausplatz) und Führungen zum Thema Bau-Kunst (Öffnungszeit 10:00 bis 13:00 Uhr, Führungen um 10:00 und 12:00 Uhr).

Historische Kellergewölbe.

In Hameln liefern die historischen Kellergewölbe unter den Häusern der Altstadt und die dort erfolgten archäologischen Grabungen wertvolle Erkenntnisse zu Baugeschichte und ursprünglicher Nutzung.

Fotos: oh/Stadt Hameln

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