Im Süden Niedersachsens – am Fuße des Ith zwischen Nesselberg und Schecken – liegt in reizvoller Landschaft der Flecken Coppenbrügge mit seinen 12 Ortsteilen Bäntorf, Behrensen, Bessingen, Bisperode, Brünnighausen, Coppenbrügge, Diedersen, Dörpe, Harderode, Herkensen, Hohnsen und Marienau. Dominiert wird der kleine Ort Coppenbrügge von einer historischen Burganlage, die umschlossen von einem idyllischen Park romantisch in der Ortsmitte liegt.

Der Park, der die Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert umgibt, wurde vor einigen Jahren aufwändig umgestaltet. Neben dem Eingangstor zum Burghof wacht der eiserne Kundigus, während der steinerne Graf Philipp von Spiegelberg einen früheren Burgherren darstellt. Eine botanische Rarität wächst auf dem hohen Burgwall, die Peterlinde. Das Naturdenkmal erinnert an den Besuch des russischen Zaren, Peter der Große, der sich im 17. Jahrhundert auf der Burg mit Kurfürstin Sophie von Hannover traf. Das angegliederte Museum mit gemütlichem Café informiert eingehend über die Burg, Coppenbrügge und die Umgebung. Botanische Freuden im nahegelegenen Klostergarten Marienau – hier darf sich jeder ein paar Kräuter pflücken. Der Garten wurde nach historischem Vorbild 2001 wieder neu angelegt. Beim Wandern durch Mönchspfeffer und Weinraute, Johanniskraut und Salbei lernt der Besucher einiges über die Verwendung der Kräuter in Küche und Apotheke. Doch auch in den weiteren Ortsteilen gibt es Sehenswertes wie zum Beispiel das Schloss Bisperode oder den Schwefelbrunnen in Bessingen. Am nördlichen Bogen des Iths auf Coppenbrügger Seite stehen zwei besonders auffällige Felsen, die „Adam und Eva“ genannt werden. Aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet sieht der größere Felsen einer schwangeren Frau ähnlich.

Der zentrale Ort Coppenbrügge kann auf eine tausendjährige und zeitweilig recht bewegte Geschichte zurückblicken. Die erste urkundliche Erwähnung taucht um das Jahr 1000 in einer Grenzbeschreibung des Bistums Hildesheim als Cobbanbrug auf. Im Tal zwischen Ith und Osterwald erbauten die Grafen von Spiegelberg zwischen 1280 und 1300 eine Burganlage als Zentrum ihrer Grafschaft. Eine Siedlung mit Kirche bestand zu diesem Zeitpunkt schon. Von der Burg aus konnte die alte Heer- und Handelsstraße von Aachen nach Königsberg – die heutige B 1 – kontrolliert werden. Diese Straße führte unweit der Burg über einen Knüppeldamm durch ein Sumpfgebiet. Noch heute heißt dieser Straßenabschnitt Dammstraße. Die Grafen von Spiegelberg, die im Jahr 1494 zu ihrem kleinen Coppenbrügger Gebiet noch die Grafschaft Pyrmont geerbt hatten, starben 1557 in männlicher Linie aus. Die Grafschaft Spiegelberg wurde in weiblicher Linie weiter vererbt an die Grafen von Lippe, dann an die Grafen von Gleichen und 1631 an die Grafen von Nassau-Dietz. Über diese gelangte die Grafschaft später an die Fürsten von Nassau-Oranien, die Erbstatthalter der Niederlande. Erst 1819 verkauften die Niederländer ihre Grafschaft Spiegelberg an das Königreich Hannover, und mit diesem wurde sie 1866 preußisch.

Das heutige Coppenbrügge verfügt über ein modernes Hallenbad mit Sauna, ein herrlich gelegenes Freibad, eine Dreifach-Sporthalle sowie eine allen Ansprüchen gerechte Freisportanlage mit Tennisplätzen. Ferner befinden sich im Ort 40 Altenwohnungen der Kreissiedlungsgesellschaft und das Krankenhaus Lindenbrunn mit 255 Betten. Im Gemeindegebiet sind Kindergärten und ein Kinderspielkreis vorhanden. Des Weiteren stehen mehrere Dorfgemeinschaftshäuser zur Verfügung. Auch für die Feuerwehren wurden in den Ortsteilen zweckgerechte Feuerwehrhäuser mit Schulungsräumen errichtet. Coppenbrügge ist Standort einer Grund- und Sonderschule. Eine weitere Grundschule mit Turnhalle befindet sich in Bisperode. Der Flecken Coppenbrügge sieht sich als Gemeinde mit Zukunftsperspektiven. Diesem Ziel Rechnung tragend wurden in den letzten Jahren im Gemeindegebiet neue Bebauungsgebiete erschlossen. Dorferneuerung ist kein Fremdwort, sondern wird intensiv betrieben.

Der Flecken Coppenbrügge unterstützt in starkem Maße die zahlreichen örtlichen Kultur- und Sportvereine, die wesentlich dazu beitragen, die Freizeit sinnvoll zu gestalten. Bereits heute ist die Gemeinde ein beliebter Ausflugsort für Erholungssuchende und Bewohner aus den anderen umliegenden Städten, die Spaziergänge auf den zahlreichen Wanderwegen im Ith, Nesselberg, Osterwald und Schecken unternehmen wollen. Die im Mittelpunkt des Ortes historisch wertvolle Burg wurde in den letzten Jahren restauriert und museal eingerichtet. Die mit Wall und Wassergraben versehene Anlage ist ein Schmuckstück des Fleckens, bestens geeignet und genutzt für mannigfaltige Zusammenkünfte, Konzerte und Theater. Der neugestaltete Innenhof der alten Burg hat die reizvolle Atmosphäre der Stille und Romantik vergangener Zeiten geschickt erhalten, ja sogar verstärkt. Mit dem seit 1986 eröffneten Museum, das über Burg, Ort und Umgebung informiert, hat Coppenbrügge aus seiner Burganlage eine kulturelle Attraktion besonderer Art gemacht. Erwähnenswert ist ebenfalls das um 1695 erbaute Schloss Bisperode. Es liegt in einem ringsherumlaufenden, rechteckigen Wassergraben und umgibt hufeisenförmig einen Hof. Das Wasserschloss befindet sich in Privatbesitz.

Coppenbrügge grenzt im Norden an die Stadt Bad Münder, im Nordosten an die Stadt Springe, im Südosten an die Gemeinde Salzhemmendorf, im Süden an die Gemeinde Halle, im Südwesten an die Gemeinde Emmerthal und im Westen an die Stadt Hameln.

Fotos: oh/fr

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