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Gundula Kurowski ist neue Teamleitung der Betreuungsstelle Hameln-Pyrmont

Gundula Kurowski.

Seit dem 1. April 2024 hat die Betreuungsstelle im Landkreis Hameln-Pyrmont eine neue Teamleitung: Gundula Kurowski. Nach ihrer Tätigkeit in der Koordinierungsstelle Soziales in Holzminden, der auch die Betreuungsstelle angehört, übernimmt sie nun die Leitung in Hameln-Pyrmont.

Frau Kurowski ist nicht neu in dem Thema Betreuungsrecht, auch wenn sie mit ihrer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau mit anschließender Anstellung bei einer Luftverkehrsgesellschaft zunächst einen anderen Weg einschlug. Über den zweiten Bildungsweg und nach einem Studium der Rechtswissenschaften ist sie bereits seit einigen Jahren selbst als selbstständige Berufsbetreuerin tätig. Auf die Frage, wie sich ihr Bezug zum Betreuungsrecht entwickelt hat, erklärt Kurowski: „Ein Freund meiner Zahnärztin, wollte seinen Job aufgeben, um sich aufs 2. Staatsexamen zu konzentrieren. Sie gab mir, ich selbst war gerade mit dem ersten Staatsexamen durch, seine Nummer und ich rief bei ihm an, sinngemäß: „Du kennst mich nicht, aber ich hätte gerne deinen Job“. Dieser Job war als Hilfskraft bei einer Rechtsanwältin, die im Schwerpunkt Betreuungen führte. Bis dahin hatte ich noch nie von Betreuungsrecht gehört!“

Das Betreuungsrecht ist eine besondere Form der staatlichen Rechtsfürsorge. Es regelt die rechtliche Hilfe und Fürsorge für Volljährige, die wegen Krankheit oder Behinderung ihre Angelegenheiten nicht selbst in die Hand nehmen können. Sie sind somit auf die Hilfe einer rechtlichen Betreuungsperson angewiesen. Meist übernehmen volljährige Familienangehörige diese Aufgabe. Sollte jedoch niemand zur Verfügung stehen, ermöglicht das Betreuungsrecht eine gerichtliche Bestellung eines ehrenamtlichen Betreuers oder eines Berufsbetreuers.

Zwischen den Betreuungsstellen in Holzminden und Hameln-Pyrmont gibt es laut Kurowski schon aufgrund der räumlichen Nähe viele Parallelen. Der größte Unterschied bestehe jedoch darin, dass in Holzminden keine Betreuungsvereine tätig sind, in Hameln-Pyrmont gibt es dagegen seit neuestem zwei.

Die Betreuungsvereine stehen den ehrenamtlichen Betreuern mit Beratungen, Fortbildungen und Hilfestellungen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zur Seite. Auch die Betreuungsstelle unterstützt vielfach in den genannten Punkten. Neben der engen Zusammenarbeit mit den Betreuungsvereinen gehören unter anderem auch die Vermittlung von Unterstützungsmöglichkeiten, Stellungnahmen für das Betreuungsgericht, Konfliktvermittlung zwischen Betreuten und Betreuern, Beratung der Betreuer und die Unterstützung bei der Erstellung von Vorsorgevollmachten zu den Hauptaufgaben der Betreuungsstelle.

Generell sei das Betreuungswesen aktuell im Wandel, was eine engere Vernetzung aller mit dem Betreuungsrecht befassten Professionen nötig mache. Gundula Kurowski möchte sich daher in bestehende Netzwerke einbringen und gegebenenfalls die Organisation und Unterstützung neuer Netzwerkstrukturen angehen.

Nicht nur im Landkreis Hameln-Pyrmont fehlt es jedoch an ehrenamtlichen und hauptberuflichen Betreuern. Das Bewusstsein über die Tätigkeit, deren Vielfältigkeit, Sinnhaftigkeit und Aufgabengebiete müsse laut Kurowski in der Bevölkerung bekannter werden. „Es ist eine unglaublich abwechslungsreiche und sinnvolle Tätigkeit, aufgrund von individuellen, überwiegend einzigartigen Fällen. Wer seine Routinen braucht und jeden Tag das Gleiche tun will, ist hier falsch“, erklärt Kurowski die Tätigkeit als Betreuer. Man solle sich jedoch bewusst sein, dass man die Menschen unter Umständen durch ihre schlimmste Zeit im Leben begleitet, was herausfordernd sein kann.

Auf die Frage, wie Kurowski nach einem herausfordernden Tag am besten abschaltet antwortet sie: „Ich würde jetzt ja gerne etwas unglaublich eloquentes erwidern, aber Fakt ist, dass ich im Sommer gern in meinem noch völlig unfertigen Garten sitze und davon träume, wie er vielleicht in ein paar Jahren aussieht.“

Wer mehr über die Betreuungsstelle, weitere Informationen zum Betreuungsrecht und/oder zur Arbeit als Betreuer haben möchte, kann dies im Serviceportal nachlesen unter dem Stichwort „Betreuungsrecht“ nachlesen: https://service.hameln-pyrmont.de/portal/startseite.html

Foto: oh/Landkreis Hameln-Pyrmont