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Stromleitungen sind kein Gesundheitsrisiko

Im Zuge der Energiewende werden im ganzen Land

 die Stromnetze ausgebaut. Denn der Großteil des Stroms aus erneuerbaren Energien wird deutschlandweit dezentral sowie verstärkt in Nord- und Ostdeutschland erzeugt und muss auch in die verbrauchsstarken Regionen nach Mitte- und Süddeutschland transportiert werden. Bei diesem Stromtransport entstehen elektrische und magnetische Felder. Doch was hat es damit auf sich und müssen sich die AnwohnerInnen um ihre Gesundheit sorgen?

Wie entstehen elektrische und magnetische Felder?

Elektrische Geräte und Leitungen erzeugen zwei Arten von Feldern: Elektrische und magnetische Felder. Sobald an einem Gerät oder einer Leitung eine elektrische Spannung anliegt, entsteht ein elektrisches Feld, welches aber kaum in den Körper eindringt und gut abgeschirmt werden kann. Fließt durch eine Leitung oder ein Gerät Strom, entsteht in der direkten Umgebung zusätzlich ein magnetisches Feld. Dieses durchdringt den Körper und lässt sich nur schwer abschirmen.

Strenge Grenzwerte schützen

In Deutschland werden keine allgemeingültigen Abstandsregelungen bei der Errichtung von Stromleitungen verwendet. Vielmehr werden zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Risiken durch elektrische und magnetische Felder Grenzwerte festgelegt. Sie sind in der 26. Bundesimmissions-Schutzverordnung festgelegt und beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen. Sie schützen vor den nachgewiesenen gesundheitsrelevanten Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder. ¹

Auch ohne äußeren Einfluss treten im Körper des Menschen elektrische Felder und Ströme auf. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Erwachsene und Kinder vor allen nachgewiesenen gesundheitlichen Wirkungen von elektrischen und magnetischen Feldern geschützt sind, solange ihre Belastung unter den vorgeschriebenen Grenzwerten liegt – auch bei geringen Entfernungen zu den Stromleitungen. Die natürlichen Feldstärken im Körper liegen im Mittel im Bereich von 5 bis 50 mV/m. Dieser Bereich dient als Grundlage für die Beurteilung gesundheitlicher Wirkungen niederfrequenter Felder durch Stromleitungen. Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder, die von außen auf den Körper wirken, sorgen dafür, dass der natürliche Feldstärkenbereich im Körper nicht überschritten wird.

Maximalbelastung weit unter dem Grenzwert

Die Betreiber der Leitungen müssen nicht nur die Grenzwerte einhalten, sondern die von der Anlage ausgehenden Felder so stark minimieren wie technisch möglich. Schon beim Bau einer neuen Hoch- oder Höchstspannungsfreileitung werden die geltenden gesetzlichen Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder auch dann eingehalten, wenn die Leitung sehr nah an Wohnhäusern vorbeigeführt wird. Dies garantieren immissionsschutzrechtliche Prüfungen, die für eine Baugenehmigung notwendig sind. Eine Kontrolle führt die zuständige Landes- bzw. Bundesbehörde durch. In der Regel liegen die Messwerte der Feldstärken dabei deutlich unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten. (akz-o) 

Foto: aydinmutlu/istockphoto.com/Initiative Bürgerdialog Stromnetz/akz-o